2. Das Skript bestimmt die Stimme, nicht umgekehrt
Ein häufiger Fehler besteht darin, zuerst eine Stimme zu buchen und erst danach den Text passend zu machen. Ein Voice-over ist wie das Verputzen einer Wand: Wenn das Fundament des Textes schief steht, sieht man die Risse sofort durch die schönste Farbschicht hindurch.
Schreiben Sie Ihr Skript laut und lesen Sie es mit einer Stoppuhr mit. Klingt ein Satz auf dem Papier flüssig, kann er gesprochen trotzdem hölzern wirken. Geben Sie dem Sprecher einen Text, der von Natur aus organisch fließt.
3. Regietipp: Geben Sie der Botschaft Raum zum Atmen
Als Sprachregisseur sehe ich im Studio oft denselben Fehler: Auftraggeber möchten zu viele Informationen in einen kurzen Spot packen. Ein Sprecher kann sehr schnell sprechen, aber die Hörer können diese Informationsflut nicht so schnell verarbeiten.
Beachten Sie diese praktischen Faustregeln für einen klaren Spot:
- Rechnen Sie mit durchschnittlich 2,5 bis 3 Wörtern pro Sekunde für einen entspannten Werbespot.
- Setzen Sie bewusste Pausen direkt vor oder nach dem Markennamen.
- Streichen Sie überflüssige Adjektive vor Beginn der Aufnahme.
Bekommt die Stimme Raum, erzielt das Produkt Wirkung.
4. So setzen sich die Tarife für Werbestimmen zusammen
Die Kosten für ein Werbe-Voice-over unterscheiden sich deutlich von denen für Imagefilme oder E-Learnings. Bei nicht-kommerziellen Projekten zahlen Sie meist ein Honorar pro Wort oder pro Projekt. Bei Werbung funktioniert das anders.
Sie zahlen ein festes Basishonorar für die Studioaufnahme, kombiniert mit einer Lizenz (dem sogenannten Buyout) für die Nutzung. Dieses Buyout hängt ab von:
- Dem Medium (wie nationales Radio, regionales Fernsehen oder Online-Kanäle).
- Der Laufzeit der Kampagne (zum Beispiel drei Monate oder ein ganzes Jahr).
- Dem Sendegebiet (nur ein bestimmtes Land oder auch international).
Wenn Sie vorab genau festlegen, wo und wie lange Sie den Spot nutzen, vermeiden Sie unerwartete Zusatzkosten.
5. Die richtige regionale Nuance entscheidet über den Erfolg
Das Publikum spürt sofort, wenn eine Stimme nicht aus der eigenen Region stammt. Lokale Vertrautheit schafft eine direkte Verbindung. Für eine belgische Kampagne wirkt eine bekannte Stimme wie Sander, der auch bei MNM moderiert, sofort vertraut. Für einen französischsprachigen belgischen Markt wählen Sie besser eine Stimme mit natürlichem wallonischen oder Brüsseler Akzent.
Suchen Sie einen internationalen Auftritt für einen ausländischen Markt? Dann funktioniert ein lokaler Muttersprachler am besten. Unsere italienischen Stimmen wie Giovanni und Paola sprechen zum Beispiel ausschließlich in ihrer Muttersprache ein. Das macht den Spot für dieses Publikum absolut glaubwürdig.