Zuerst: Bringen Sie Ruhe in die Menüstruktur
Ein Sprachdialogsystem ist ein automatisiertes Telefonsystem, das eingehende Anrufer per Sprache oder Zifferntasten an den richtigen Mitarbeiter weiterleitet. Ein klassisches Beispiel ist die Wahl zwischen Verwaltung, Vertrieb oder technischem Support.
Der größte Denkfehler ist, dass Sie Anrufern Zeit sparen, indem Sie ihnen sofort zehn spezifische Optionen anbieten. Das Gegenteil passiert: Das menschliche Gehirn merkt sich am Telefon maximal drei bis vier aufeinanderfolgende Optionen.
Beschränken Sie Ihr Hauptmenü daher bewusst:
- Bleiben Sie bei maximal drei oder vier Optionen in der ersten Ebene.
- Platzieren Sie die am häufigsten gewählte Option immer an erster Stelle.
- Vermeiden Sie mehr als zwei Unterebenen, da der Anrufer sonst den Überblick verliert.
Tipp des Tages: Fragen Sie Ihr Team, welche drei Fragen täglich am häufigsten eingehen, und gestalten Sie Ihr Menü ausschließlich nach diesen Themen.
Danach: Schreiben Sie Skripte aus der Perspektive des Anrufers
Sobald Sie die Gliederung festgelegt haben, schreiben Sie den Text aus. Hier sehe ich im Aufnahmestudio oft einen hartnäckigen Fehler wiederkehren: die Reihenfolge der Wörter.
Sagen Sie nicht: „Drücken Sie 1 für Buchhaltung.“ Sagen Sie stattdessen: „Für Buchhaltung, drücken Sie 1.“
Warum? Ein Anrufer hört selektiv zu. Sobald er das Wort „Buchhaltung“ hört, spitzt er die Ohren. Wenn Sie dann erst die Ziffer nennen, weiß er sofort, was er eingeben muss. Nennen Sie zuerst die Ziffer, muss er sich diese Zahl merken, während er auf den Namen der Abteilung wartet. Bei Option drei hat er die Ziffer eins schon längst vergessen.
Ein Regie-Tipp aus der Praxis: Lesen Sie Ihren eigenen Text laut vor, während Sie selbst mit dem Finger auf einer imaginären Telefontastatur tippen. Fühlt es sich gehetzt an oder müssen Sie zu lange nachdenken? Streichen Sie dann Wörter, bis nur noch der Kern übrig bleibt.