Schritt 2: Schreiben Sie den Kurstext bewusst für das Ohr
Ein Text, der wie ein juristischer Bericht liest, lässt sich selten flüssig vertonen. Sätze, die auf dem Papier logisch erscheinen, führen in gesprochener Form schnell zu Atembeschwerden beim Sprecher und Verwirrung beim Zuhörer.
Beachten Sie diese spezifischen Punkte beim Schreiben des Lehrmaterials:
- Verwenden Sie kurze, aktive Sätze mit höchstens einem Gedanken pro Satz.
- Vermeiden Sie komplizierten Fachjargon und wählen Sie alltägliche Wörter.
- Schreiben Sie Abkürzungen vollständig aus, wie „zum Beispiel“ statt „z. B.“.
- Bauen Sie natürliche Ruhepausen mit Kommas und Punkten ein, wo der Sprecher atmen kann.
Tipp des Regisseurs: Lesen Sie Ihr Skript immer laut für sich selbst vor, bevor Sie es weiterleiten. Wo Sie selbst über Ihre Worte stolpern, wird der Sprecher dies auch tun.
Schritt 3: Stimmen Sie die Klangfarbe auf den Inhalt ab
Nicht jeder Kurs erfordert genau dieselbe Atmosphäre. Eine Sicherheitsschulung erfordert einen etwas energischeren Ansatz als ein Einführungsmodul für neue Mitarbeiter.
Stimmen Sie den Typ der Stimme auf den Zweck des Moduls ab:
- Einführungsmodule und Onboarding: Eine warme, gastfreundliche Stimme, die neue Kollegen willkommen heißt.
- Technische Anweisungen: Eine klare, strukturierte Stimme, die Ruhe in komplexe Materie bringt.
- Compliance und Sicherheit: Eine klare, aber sympathische Stimme, die die Bedeutung der Regeln hervorhebt, ohne belehrend zu klingen.
Tipp des Regisseurs: Zweifeln Sie zwischen zwei Stimmen? Lassen Sie einen kurzen Probeausschnitt desselben Absatzes aufnehmen, um zu hören, welche Stimmfarbe in Ihrer digitalen Lernumgebung am natürlichsten wirkt.
Schritt 4: Geben Sie dem Sprecher gezielte Anweisungen
Es kommt regelmäßig vor, dass ein Sprecher einen Text von dreißig Seiten ohne jegliche Erklärung des Kontexts erhält. Das Ergebnis ist oft eine ordentliche, aber eintönige Aufnahme.
Geben Sie dem Sprecher daher immer eine konkrete Rolle mit, bevor die Aufnahme beginnt. Sagen Sie zum Beispiel nicht „lesen Sie das ruhig vor“, sondern instruieren Sie: „Stellen Sie sich im Studio vor, Sie erklären dies einem geschätzten Kollegen bei einer Tasse Kaffee.“ Dieser einfache Ansatz verändert die gesamte Kadenz und macht das Audio sofort viel angenehmer anzuhören.
Tipp des Regisseurs: Geben Sie bei Fachjargon oder spezifischen Markennamen immer in Klammern die richtige Aussprache an, einschließlich der Betonung auf der richtigen Silbe.
Schritt 5: Überprüfen Sie die Aufnahmen in der Lernumgebung
Eine Stimme, die in einer separaten Audiodatei gut klingt, kann in Kombination mit den Bildern auf dem Bildschirm doch etwas zu schnell oder zu langsam wirken.
- Montieren Sie das Audio direkt unter die entsprechenden Folien oder Bilder.
- Überprüfen Sie, ob die Pausen in der Stimme mit den Animationen auf dem Bildschirm übereinstimmen.
- Sorgen Sie für einen gleichmäßigen Lautstärkepegel über alle verschiedenen Kapitel hinweg.
Tipp des Regisseurs: Hören Sie sich die Aufnahmen immer mit Kopfhörern UND über die eingebauten Lautsprecher eines Laptops an, denn Ihre Kursteilnehmer verwenden beides.