Die Vorbereitung: Warum das Lesetempo je nach Sprache variiert
Beim Einrichten eines mehrsprachigen Projekts schauen wir immer zuerst auf den Satzbau. Niederländisch ist eine Sprache mit klaren, gleichmäßigen Vokalklängen. Das europäische Portugiesisch funktioniert anders: Vokale werden kürzer ausgesprochen und Sätze verbinden sich auf eine spezifische Weise miteinander.
Ein Skript, das auf dem Papier perfekt ist, benötigt in der Sprechkabine Atemraum. Wer eine wörtliche Übersetzung spricht, merkt, dass der Sprecher Wörter hineinpressen muss. Das Umschreiben eines Satzes im Studio fühlt sich an wie ein Maßanzug, den Sie erst bei der ersten Bewegung genau am Körper abstecken: Auf dem Papier erscheint ein Satz manchmal zu kurz, aber vor dem Mikrofon sitzt er genau richtig.
Im Studio: Die Rolle des Regisseurs
Wenn ein Sprecher in der schallgedämpften Kabine Platz nimmt, hören wir von der Regie aus genau mit. Bei Sprachen wie Portugiesisch achten wir nicht nur auf den Inhalt, sondern vor allem auf die natürliche Melodie.
Ein wichtiger Schritt in unserem Prozess ist die Live-Abstimmung zwischen Regisseur, Kunde und Stimme. Wir gehen den Text Zeile für Zeile durch, um zu sehen, wo der Rhythmus nicht stimmt.
Regie-Tipp: Das europäische Portugiesisch hat eine ganz eigene Dynamik mit verkürzten Vokalen. Lassen Sie einen Sprecher nicht krampfhaft jedes Bindewort vorlesen, wenn die Bilddauer knapp ist. Geben Sie dem Sprecher den Raum, den Text vor Ort zu vereinfachen und in echte Umgangssprache zu bringen. Was schriftlich grammatikalisch notwendig erscheint, klingt gesprochen oft überflüssig.
Die richtige Tonlage für Ihre Botschaft wählen
Nicht jeder Unternehmensfilm oder Werbespot erfordert dieselbe Klangfarbe. Ein technisches Anleitungsvideo benötigt eine klare, ruhige Erklärung, während ein Markenvideo von einem tieferen, menschlichen Klang profitiert.