Der erste Eindruck im Studio
Hören wir im Studio neue Produktionen ab, zeigt sich schnell, wie feinfühlig Menschen auf Stimmen reagieren. Eine künstliche Stimme ähnelt einem schön gestalteten Holzstuhl: Auf den ersten Blick makellos, doch nach einer Viertelstunde Sitzen wird es unbequem. Das menschliche Gehirn registriert unnatürliche Muster sofort. Einer Computerstimme fehlen das leise Atemholen und das natürliche Absenken der Stimme am Satzende. Nach einer halben Minute schaltet der Hörer innerlich ab, weil die monotone Frequenz ermüdet.
Wenn Ihr Video aktualisiert werden muss
Nehmen wir an, Ihr Unternehmen führt in sechs Monaten eine neue Leistung ein oder eine Rufnummer im Video ändert sich. Bei professionellen Sprechern wie Goedele, die mit ihrer flämischen Stimme einen warmen, verlässlichen Rahmen schafft, buchen wir einfach ein kurzes Nachfassen. Sie tritt ans Mikrofon, knüpft nahtlos an den Tonfall der ursprünglichen Aufnahme an und liefert die Ergänzungen.
Bei einer Computerstimme sieht das anders aus. Die Algorithmen der Anbieter verändern sich laufend. Häufig rendert der Generator dieselbe Stimme ein halbes Jahr später mit leicht veränderter Tonhöhe oder Rhythmus, sodass Sie das gesamte Video neu vertonen müssen. Die anfängliche Ersparnis löst sich damit auf einen Schlag auf.
Die menschlichen Feinheiten am Mikrofon
In der Regie führen wir Sprecher gezielt über Zwischentöne und Emotionen. Das kann ein Algorithmus schlichtweg nicht verarbeiten.
Regietipp: Wirkliche Überzeugungskraft liegt in der Mikropause unmittelbar vor der Kernaussage oder im leisen Schmunzeln, das man hört, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Sprecher wie Youri aus den Niederlanden oder Katie aus Großbritannien spüren instinktiv, wo die Betonung liegen muss, um Zuhörer mitzunehmen.