Die Herausforderung: Das Zögern vor der Investition
„Das können wir doch einfach selbst einsprechen“, dachte sich ein Unternehmen, das ein Erklärvideo für seine neue Software plante. Man befürchtete, eine externe Stimme klänge zu distanziert und die Investition lohne sich nicht. Ein verständlicher Gedanke: Warum Geld für einen Sprecher ausgeben, wenn ein Mikrofon vorhanden ist?
Betrachtet man die Details genauer, wird schnell klar: Eine professionelle Sprachaufnahme ist weit mehr als das fehlerfreie Vorlesen von Text. Einer ungeübten Stimme fehlen oft die Atemtechnik, die präzise Betonung und die nötige Ruhe. Die Stimme führt die Zuhörer durch den Inhalt. Fehlt diese Führung, lenken Versprecher oder ein monotoner Klang schnell vom Wesentlichen ab.
Der Ansatz: Die richtige Stimme auswählen und anleiten
Für dieses Projekt suchten wir eine Stimme, die Wärme und Verlässlichkeit ausstrahlt, damit sich die Nutzer bei der Software-Einführung gut aufgehoben fühlen. Aus unserer Kartei von 93 Profisprechern wählten wir gezielt aus: Gitta, eine flämische Sprecherin aus Belgien, bekannt für ihre sympathische und zugängliche Art.
Während der Session führten wir gezielt Regie. Als Sprachregisseur achte ich auf Nuancen, die das Publikum unbewusst wahrnimmt, aber selten benennen kann.
Mein wichtigster Tipp für solche Aufnahmen betrifft den Mikrofonabstand. Unerfahrene Sprecher gehen oft zu nah ans Mikrofon, um intimer zu klingen. Das führt jedoch zu störenden Pop-Lauten bei Buchstaben wie „p“ und „b“ sowie unerwünschten Mundgeräuschen. Ein Profisprecher hält genau den richtigen Abstand, nutzt einen Poppschutz und kontrolliert die Atmung, damit das Audiosignal sauber bleibt.